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Samstag, 01 Oktober 2016 23:50

Sozialenetzwerke

Donnerstag, 29 September 2016 23:58

Woche der Sprache und des Lesens

Die “Woche der Sprache und des Lesens in Berlin” (kurz Sprachwoche) verfolgt das Ziel, die Bildung der Kinder und Jugendlichen zu fördern und das Gemeinschaftsgefühl der Menschen verschiedener Herkunft, Religion und Kultur in Neukölln und Berlin zu stärken.

Die Sprachwoche wurde in den Jahren 2006, 2008 und 2010 in Neukölln durchgeführt. Mit insgesamt 1.700 Einzelveranstaltungen und über 45.000 Besuchern gab es einen überwältigenden Zuspruch. Die erste Gesamtberliner Ausgabe in allen 12 Bezirken fand von 01. – 09. September 2012 statt.

Durch das Projekt sollen vor allem Kinder und Jugendliche ihre sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten sowie die Schönheit der Sprache als Kommunikations- und Verständigungsmittel entdecken. Dazu werden in Schulen, Kitas und anderen Bildungseinrichtungen Lesungen, Mitmachaktionen und weitere Veranstaltungen angeboten, bei denen der Spaß nicht zu kurz kommt.

Auch für die Erwachsenen gilt: Wir lehnen es ab, von bildungsfernen Menschen zu sprechen. Wir bringen die Literatur und Sprache(n) zu den Menschen in ihre Kieze. Namhafte Schriftsteller, Autoren mit ihren Erstlingswerken oder Menschen, die gerne vorlesen, bieten Lesungen in Cafés, Geschäften, Kultureinrichtungen, Migrantenvereinen, Institutionen, Bahnhöfen, Arztpraxen, auf öffentlichen Plätzen, Wochenmärkten, in Parks und Parkhäusern an.

Bei freiem Eintritt sollen die Menschen die Lesungen genießen und miteinander ins Gespräch kommen. Nur über das Kennenlernen werden Vorurteile abgebaut und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Dazu will die Woche der Sprache und des Lesens aktiv beitragen.


Mehr Infos auf www.sprachwoche-berlin.de

Donnerstag, 29 September 2016 21:24

Kette der Kommunikation

In Berlin leben Menschen aus knapp 190 verschiedenen Nationen mit mehr als 160 unterschiedlichen Sprachen. Über ein Viertel der Bewohner Berlins haben eine Zuwanderungshistorie. Bei den unter 16-Jährigen liegt dieser Anteil mittlerweile bei über 40 Prozent. Erkenntnisse aus Untersuchungen zeigen, dass in unserer Gesellschaft immer weniger gelesen und gesprochen wird. Gerade unter den Berlinern unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen und Kulturkreisen verläuft der Austausch über die gemeinsame Sprache „Deutsch“ eher zögerlich.

Wir wohnen teilweise Jahrzente im selben Haus und begegnen unseren Nachbarn nur zufällig mit einem „Guten Morgen“ oder „Guten Abend“. Das ist zu wenig und besorgniserregend. Deshalb rufen wir jeden Menschen auf, unabhängig von dem jeweiligen sprachlichen und kulturellen Hintergrund, mit anderen Menschen aus seiner Umgebung Kontakt aufzunehmen und z. B. eine Stunde in der Woche zusammen Tee oder Kaffee zu trinken und sich zu unterhalten. Die gemeinsame Sprache ist Deutsch. Damit soll erreicht werden, dass Menschen mit Zuwanderungsgeschichte die Möglichkeit haben, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Deutschstämmige Berliner haben die Möglichkeit, Menschen aus anderen Kulturkreisen und Nationalitäten besser kennen zu lernen und besser zu verstehen. Das Verständnis für einander ist die Grundlage einer gesunden Kommunikation.

Die Idee der „Kette der Kommunikation“ ist es, durch Kommunikation eine Verbindung und einen kulturellen Austausch zwischen den Menschen unterschiedlicher Kulturen und Sprachen zu ermöglichen und ein „Wir-Gefühl“ zwischen allen in Berlin lebenden Menschen zu schaffen.
Interessenten sind eingeladen, sich auf der Internetseite www.kettederkommunikation.de zu registrieren, um mit anderen Teilnehmern in Kontakt zu treten.

Donnerstag, 29 September 2016 21:22

Das bittere Land

Bei Flucht und Migration sind besonders Frauen hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Frauen tragen die Verantwortung für ihre Kinder und die Familie in einer Umgebung, in der sie von ihren erweiterten familiären, sozialen und kulturellen Wurzeln abgeschnitten sind. Sie leben nicht selten isoliert oder „ghettoisiert“ unter meist kargen wirtschaftlichen Verhältnissen. Viele Frauen haben über Jahre hinweg keinen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Die Gründe dafür sind fehlende Sprachkenntnisse, fehlendes Selbstbewusstsein, patriarchalische Familienstrukturen, keine eigenen finanziellen Mittel und eine unzureichende Beratung und psychologische Versorgung durch Fachpersonal aus dem Kulturkreis der jeweiligen Herkunftsländer.

Im Mittelpunkt des Projektes „Das bittere Land“ stehen Migrantinnen in Neukölln. Das Projekt besteht seit 2007 und wird in zwei Gruppen (arabisch und türkisch) angeboten. In Gesprächsrunden werden die Frauen sensibilisiert und lernen, offen über ihre Situation zu berichten. Angeleitet werden die Selbsthilfegruppen von jeweils einer Fachkraft. Die Gruppen treffen sich einmal in der Woche für drei Stunden. Durch diese Gespräche und gegenseitiges Kennenlernen wird Hilfe zur Selbsthilfe angeboten. Der Kontakt zu den Frauen erfolgt über die Schulen und Kitas in Neukölln sowie über Lebensberatungsangebote des Vereins.

Im Rahmen des Programms sollen entlang ihrer Bedürfnisse persönliche oder familienbezogene Fragen besprochen werden. Insbesondere die psychologischen Anliegen der Migrantinnen sollen in den Gesprächsrunden erörtert und unter fachlicher Anleitung nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden. „Zuhören, ernst nehmen, beraten" ist das Motto, Vertrauen die wichtigste Basis. Durch den Diskussionsprozess und die Öffnung der Teilnehmerinnen sollen ein Gemeinschaftsgefühl und der Anfang einer Netzwerkstruktur entstehen, ähnlich der Struktur einer Selbsthilfegruppe, die auch für zukünftige Lebenssituationen Hilfe zur Selbsthilfe bietet.

Entlang folgender Aspekte sollen die Probleme behandelt werden:

1. Schilderung von Problemsituationen im Alltag / psychische Belastungssituationen

2. Gemeinsames Entwickeln von Lösungsansätzen und praktischen Hilfestellungen

3. Sprachverbesserung (Die Gesprächsrunden werden in deutscher Sprache geführt)

4. Netzwerkbildung der Migrantinnen zwischen inländischer und ausländischer Frauen

5. Wo finde ich Unterstützung und Hilfe?

Das Projekt hat präventiven Charakter und soll die Situation der Migrantinnen stabilisieren, bevor sie öffentliche, medizinische und pädagogische Leistungen und Betreuungsangebote in Anspruch nehmen müssen. Gerade in der psychologischen Betreuung soll das Projekt eine Unterversorgung von Migrantinnen in Berlin ausgleichen helfen. Die Integration der in Neukölln lebenden Migrantinnen soll gefördert, und ihre Lebensbedingungen sollen verbessert werden. Im Besonderen sollen die Aktivitäten dazu beitragen, einen Ausweg aus Isolation und den „ghettoähnlichen“ Lebensbedingungen zu schaffen, ihre Kommunikationsfähigkeit zu stärken, Kontakte zu Inländerinnen zu knüpfen und damit ihre Identität zu stärken. Frauen sollen selbstbewusst den Alltag für sich und ihre Familie meistern. Für Inländerinnen soll das Projekt die Möglichkeit bieten, Migrantinnen und ihre Kultur kennen zu lernen, das gegenseitige Verstehen zu fördern, Ängste vor Multikulturalität abzubauen und eigene Isolations- bzw. Problemsituationen anzusprechen und zu vergleichen.

Donnerstag, 29 September 2016 21:21

Unser neues Dorf

Untersuchungen zufolge sind die Menschen mit türkischem Einwanderungshintergrund die größte Einwanderungsgruppe in Neukölln und in Deutschland am schlechtesten integriert. (Berlin, Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2009) Durch Armut, Sprachdefizite, familiäre Probleme und fehlende Integration ist den Kindern dieser Familien in der Regel der Zugang zu Bildung und Arbeit erschwert. In vielen Familien sind die Deutschkenntnisse der Eltern lückenhaft. Die Familie spricht oft in der Sprache des jeweiligen Herkunftslandes. Aufgrund dieser Umstände und weiterer Problem- und Belastungssituationen ziehen sich Betroffene zurück und werden untätig. Hierdurch spitzt sich die Situation in den Familien dramatisch zu. Es entsteht auch innerhalb der Familien zwischen den unterschiedlichen Generationen eine Kommunikationslosigkeit. Viele dieser Menschen sind Frauen, die in der Türkei und in den arabischen Ländern eine so genannte „Import-Ehe“ eingegangen sind. Die Frauen kommen mit großen Hoffnungen und Träumen nach Deutschland. Die Hoffnungen erfüllen sich jedoch nicht. Laut Statistik scheitern ca. 80 Prozent dieser Ehen nach längstens 10 Jahren. Oft leben diese Frauen und Männer nach der Scheidung unter sehr dramatischen Bedingungen. Sie sind isoliert und verfügen kaum über Sozialkontakte sowie Sprachkenntnisse. Viele haben keine Chance, ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Enttäuschungen zu verarbeiten. Die große Mehrzahl der Frauen und auch viele Männer leiden unter psychosomatischen Störungen. Ärzte und Psychologen werden aufgesucht; die Frauen und Männer gerade der älteren Generation erhalten häufig nicht die angemessene Hilfe, da sie sich nicht hinreichend erklären können. Die Situation der Isolation betrifft in Neukölln nicht nur die Gruppe der Einwanderer sondern auch Deutsche, die geschieden, arbeitslos, alt, arm oder aufgrund sonstiger Umstände in Isolation leben.

Ein erheblicher Grund für diese Entwicklung ist die fehlende Kommunikation zwischen den Generationen sowie zwischen Einwanderern und Deutschen. Um diese herzustellen, kommen seit Januar 2009 Deutsche und Einwanderer aus vier Generationen (Großeltern, Eltern, Jugendliche und Kinder) zusammen und reden über ihre Probleme im Alltag, bei der Erziehung, Bildung, im Beruf, in der Schule und im Ruhestand.

Um diese Menschen zu erreichen und untereinander in Kommunikation zu kommen, führt der Verein Aufbruch Neukölln e.V. seit Januar 2009 erfolgreich das Projekt „Unser neues Dorf“ als Pilotprojekt durch, das gerade dieser Sprachlosigkeit und Isolation der unterschiedlichen Generationen und Nationen entgegenwirkt. Der Name des Projektes „Unser neues Dorf“ beschreibt eine neue „Neuköllner Gemeinschaft“ gleich einem sozialen Netzwerk von Deutschen und Migranten aller Generationen. Hierbei wird darauf geachtet, nicht eine abgeschottete Dorfgemeinschaft entstehen zu lassen, sondern bewusst alle Nationen und Generationen zu erreichen. Der Entstehung bzw. Verfestigung von Parallelgesellschaften wird durch das Projekt entgegengewirkt.

Es zeigt sich, dass gerade an neutralen Orten unter Anleitung von Pädagogen sich die Kommunikation in der Familie zwischen den Generationen und Nationen verändert und offener über die notwendigen Lösungen gesprochen werden kann. Aus dieser Kommunikation entstehen bedarfsgerechte Hilfeangebote wie z. B. soziale und familiäre Beratung, Sprachkurse, Hausaufgabenhilfen, gemeinsame Veranstaltungen zwischen Migranten und Deutschen, Kochkurse, Hilfen bei der Erziehung und in der Schule, Lebenshilfeangebote und die Vermittlung zu weiteren Angeboten anderer Organisationen und Träger in Neukölln.

Ziel ist es, unter Einbeziehung von Spezialisten anderer Organisationen und gemeinnützigen Vereinen bedarfsgerechte Hilfeangebote aus einer Hand anbieten zu können. In Gesprächsrunden und Veranstaltungen zu praxisrelevanten Themen werden die Neuköllner verschiedener Generationen und Nationen sensibilisiert und lernen, offen über ihre Situation zu berichten. Durch diese Gespräche lassen die Menschen ihre Seelen sprechen. Der Kontakt zu den Teilnehmern erfolgt über die Schulen, Kitas, interkulturell arbeitende Träger, über Lebensberatungsangebote und Informationsveranstaltungen zu wichtigen Themen. Im Rahmen dieser Veranstaltungen lädt der Verein Spezialisten ein, die den Teilnehmern ihre Erfahrungen und Ratschläge den Menschen vermitteln und so einen wichtigen Beitrag zur gegenseitigen Kommunikation leisten. Diese Spezialisten sind z. B. Jugendrichter, Schulleiter, Sozialarbeiter in den Bereichen Drogenbekämpfung, Integrationshelfer, Stadtteilmütter, Familienhelfer, Polizisten, Ärzte, Unternehmer, Psychologen und weitere Fachkräfte mit speziellen Erfahrungen in den für die Menschen relevanten Bereichen. Wir sprechen über die Geschichte der Migration und grundlegende Informationen über Deutschland. Nicht zuletzt unterhalten wir uns über Begriffe wie Ehe und Familie sowie sogenannte “Ehrenmorde” und Stolz

Donnerstag, 29 September 2016 21:20

Deutschkurs für türkischstämmige Väter

Die Scheidungsrate in den Familien mit türkischem Migrationshintergrund ist sehr hoch und steigt weiter. Viele der Väter kommen mit der Trennungs- und Scheidungssituation nicht zurecht und leiden unter erheblichen psychischen Problemen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele der von Scheidung betroffenen Männer sogenannte Heiratsmigranten sind und fast kein Deutsch sprechen.

Aus diesem Grund haben wir einen „Deutschkurs für türkische Väter“ ins Leben gerufen, um gerade diese Zielgruppe zu erreichen und zu unterstützen. Zwei Stunden in der Woche (40 Termine im Jahr) unterrichtet ein Lehrer mit entsprechender Qualifikation eine Gruppe türkischstämmiger Männer.

Das Projekt findet seit September 2009 monatlich in den Räumen des Vereins Aufbruch Neukölln e.V. statt und wird von Pädagogen und Spezialisten verschiedener Fachgebiete begleitet. In Gesprächsrunden und Veranstaltungen zu praxisrelevanten Themen werden die Neuköllner verschiedener ethnischer Herkunft und Generationen sensibilisiert und lernen, offen über ihre Situation zu berichten. Das Projekt soll das Zusammenleben und die Kommunikation zwischen deutschen und Migrantenfamilien fördern und stärken. Migrantenfamilien, die im Norden des Bezirkes wohnen, treffen sich mit deutschen Familien aus dem Süden des Bezirkes.

Hierbei wird erreicht, dass vorhandene Vorurteile in gemeinsamen Gesprächen und Aktivitäten (z. B. gemeinsames Kochen, Frühstücken und Besuch von Kulturveranstaltungen) abgebaut werden. Gezielt sollen hierbei auch die deutschen Sprachkenntnisse der Teilnehmer mit Migrationshintergrund verbessert werden. Für viele Menschen im Bezirk ist dies die Möglichkeit, mit anderen Nationalitäten zusammen zu kommen und mögliche Ängste vor Fremdheit zu überwinden.

Die Themen und Aktivitäten werden von den Teilnehmern bestimmt und richten sich an der Interessenlage der Teilnehmer aus. Auch gemeinsame ehrenamtliche Tätigkeiten für ein besseres Zusammenleben in Neukölln werden aus dem Kreis der Teilnehmer vorgeschlagen und durchgeführt. Das Projekt ist erfolgreich, da es den Teilnehmern die kulturellen Eigenarten der verschiedenen Nationalitäten vermittelt und die Kommunikation unter den Neuköllnern verbessert.

Das Projekt wird von eine türkischen und einer arabischen Pädagogin betreut und geleitet. Beide Pädagoginnen verfügen über hervorragende Kenntnisse der Probleme der Frauen und Mütter mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund und arbeiten seit Jahren in diesen Bereichen sehr erfolgreich.

Donnerstag, 29 September 2016 21:13

Eltern in der Schule

Dieses Projekt wird seit 2005 an den Neuköllner Grund- und Oberschulen angeboten. Schulen sind Orte, an denen die Weichen für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben der Menschen gestellt werden. Daher ist es dringend notwendig, dass die Eltern über Bildung und Erziehung frühzeitig beraten und sensibilisiert werden, um ein Abrutschen der Kinder zu vermeiden.

Die Eltern der jeweiligen Schulen werden (analog zur Vorgehensweise bei den Kitas) in den drei Sprachen Deutsch, Türkisch und Arabisch eingeladen und jeweils von einem Experten in der jeweiligen Sprache über die ausgewählten Themen und Anliegen informiert. Da die anwesenden Fachleute die Sprache der Eltern sprechen, werden die Inhalte von allen TeilnehmerInnen verstanden. Bei einer Befragung von Eltern mit Migrationshintergrund gaben viele an, dass sie bei herkömmlichen Elternabenden nur etwa zehn Prozent des Inhaltes verstanden hätten und danach den Versammlungen ferngeblieben seien. Dieses Fernbleiben wurde von vielen Schulen als Desinteresse an der Erziehung der Kinder interpretiert – was wiederum bei vielen Eltern mit Migrationshintergrund zu Unverständnis führte.

Insgesamt wurden bislang über 740 Einzelveranstaltungen durchgeführt und folgende Themen behandelt:

    Information über das Berliner Schulgesetz sowie verfassungsrechtliche Aspekte
    Demokratisches und tolerantes Zusammenleben
    Gesunde Ernährung
    Zweisprachigkeit
    Bewegung und Sport
    Gewaltfreie Erziehung in der Familie
    Medien und Gewalt
    Umgang mit Medien
    Sucht (Alkohol, Drogen, Rauchen etc.)
    Frauenrechte und häusliche Gewalt

Weil der Bedarf hierfür immer noch groß ist und das Projekt weiterhin große Unterstützung durch die Neuköllner Schulen erfährt, ist es geplant, das Angebot weiter auszubauen.

Donnerstag, 29 September 2016 21:11

Eltern in der Kita

Dieses Projekt wird seit Mai 2004 an den Neuköllner Kindertagesstätten angeboten. Die Eltern werden in unterschiedlichen Sprachen (Deutsch, Türkisch und Arabisch) in die Einrichtungen eingeladen. In getrennten Räumen werden sie in der jeweiligen Sprache durch Experten in unterschiedlichen Fachgebieten informiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht es den TeilnehmerInnen, die Inhalte besser und zügiger zu verstehen. Die Angebote in der Muttersprache wecken mehr Interesse bei den TeilnehmerInnen und verbessern die Zusammenarbeit mit Kitas sowie Behörden. Durch diese Angebotsstruktur konnten die TeilehmerInnenzahlen der Informationsveranstaltungen deutlich erhöht werden.

Da das Projekt im gesamten Bezirk Neukölln große Resonanz erfahren hat und die Unterstützung sehr groß ist, ist eine Ausweitung geplant. Bislang wurden über 740 Einzelveranstaltungen organisiert. Hauptziel des Projektes ist es, die Eltern für Bildung, Erziehung, Sprache und Kultur zu sensibilisieren. Folgende Themen bildeten bisher den Schwerpunkt der Veranstaltungen:

    Frühkindliche Sprachförderung
    Welche Sprache soll ich zu Hause mit meinem Kind sprechen?
    Grenzsetzung bei der Erziehung
    Gesunde Ernährung
    Bewegung und Sport
    Umgang mit Medien
    Erziehung von Jungen

Bei der Themenauswahl werden die Vorschläge der TeilnehmerInnen stets berücksichtigt.

Aufgrund der schwierigen Lebenssituationen und der Sprachprobleme vieler Familien in Neukölln ist es nicht einfach, in Kontakt mit den Eltern zu treten. Insbesondere in Belastungssituationen, bei rechtlichen Problemen, bei familiären Problemen und bei Überschuldung ziehen sich die Eltern oft zurück und werden untätig. Hierdurch spitzt sich die Situation in den Familien mit der Zeit zu.

2008 haben wir daher das Projekt „Präventive Elternarbeit – mobile soziale Erstberatung in Neukölln“ gestartet.

Ziel des Projektes ist, in den Schulen und Kitas des Bezirkes und in unseren Vereinsräumen eine kostenfreie Hilfestellung und Erstberatung für die Eltern und für zugezogene Bewohner Neuköllns mit unzureichenden Sprachkenntnissen anzubieten.

Schwerpunkte der Beratung sind Themen der Krisenintervention und Fragen zu

    ALGII/Arbeitslosen- und Sozialrecht (z. B. Grundsicherung/Krisenintervention),
    familienrechtliche Themen (Scheidung, Umgangsrecht, Unterhalt, Schutz vor häuslicher Gewalt),
    Fragen bei Überschuldung (z. B. Privatinsolvenz),
    Soziale Beratung, Hartz-IV-Beratung / Hilfeangebote für Familien,
    Rentenberatung,
    Beratung für straffällig gewordene Jugendliche

Hauptanliegen des Angebotes ist es, die Eltern für die Zusammenarbeit mit öffentlichen Einrichtungen zu motivieren. Das Projekt folgt der Leitlinie des Jugendamtes Neukölln: mehr Vorsorge - weniger Nachsorge bei der Hilfe zur Erziehung.

Die rechtliche Erstberatung bietet den Eltern eine erste rechtliche Einschätzung ihrer Situation und ist eine mobile Präventiv- bzw. Schlichtungsberatung. Die Eltern werden im Schriftverkehr mit möglichen Behörden, Gläubigern, Vermietern u. a. unterstützt.

Die Beratung wird aufgrund dreisprachig (deutsch, türkisch und arabisch) durchgeführt, so dass auch Eltern ohne Deutschkenntnisse erreicht werden können, die bisher aufgrund ihrer sprachlichen Situation keinen Zugang zu anderen Beratungsstellen im Bezirk fanden.

Durch dieses Brückenprojekt werden Kontakte zwischen den Elternhäusern und öffentlichen Einrichtungen hergestellt bzw. gefördert.

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