Glücksspielsucht

Die Auslöser dieser Erkrankung sind vielschichtig in der Lage und im Umfeld der Person. Der leichte Zugang zu Spielhallen und Café-Casinos fördern die Erkrankung. Fehlende Problemlösestrategien und soziale Unterstützung, die den Umgang mit Alltagsproblemen erleichtern können, führen oft zu einem steigenden und sich schnell befestigenden Spielverhalten, ohne dass die Person die ersten Anzeichen des Suchtverhaltens erkennen und intervenieren kann, da das Spielen ein starkes Maß an positiven Gefühlen wie Euphorie, Erleichterung und Glück verspüren lässt und dadurch Alltagsprobleme verdrängt werden.

Besonders Männer mit Migrationshintergrund sind in Berlin durch fehlende Problemlösungsstrategien im Alltag und familiären Kontext, Isolation sowie Beschäftigungslosigkeit von dieser Erkrankung betroffen. Sie erleben eine stationäre Behandlung als beschämend und stigmatisierend. Eine Selbsthilfegruppe in ihrer eigenen Muttersprache, hier türkisch, ist eine Möglichkeit, sich frei von Barieren den Herausforderungen zu stellen. Sie bekommen mit Verständnis und Mitgefühl das erste Mal Anerkennung ihrer Erkrankung. Die Besonderheit der migrantischen Betroffenen ist jedoch das Verstecken der Problemsituation. Sie wollen und dürfen in ihrer Gesellschaft  nicht angreifbar sein. Das Vertrauen des Einzelnen in die Gruppe kann daher in der Anfangsphase nur mit professioneller Leitung durch Fachpersonal gewonnen werden.

In wöchentlichen, zweistündigen Selbsthilfegruppen, unter Anleitung zweier Fachkräfte des jeweiligen Herkunftskreises stattfinden, können die Betroffenen ihr Glücksspielsuchtverhalten und die Gründe dafür verstehen, gemeinsam ein Bewusstsein für Alltagsprobleme, alternative Lösungen entwickeln sowie ihre Kommunikationsfähigkeit verbessern und sich gegenseitig für Problembekämpfung und Weiterbehandlung motivieren.